Ein eigener Proberaum für Sänger/-innen?

Jeder Gesangsschüler, der nicht alleine wohnt und/oder Nachbarn hat, befindet sich in einer manchmal misslichen Lage: Man möchte gerne die Gesangsübungen machen, man möchte auch gerne die aktuellen Songs üben, aber man will es sich erstens nicht mit denen, die es unweigerlich mitbekommen, verscherzen und man hat auch eine gewisse Angst, sich zu versingen, denn das würde genau so jeder mitkriegen. Ich habe für mich festgestellt, dass ich genau dadurch beim üben zuhause zu gehemmt bin. So mag ich zum Beispiel einige recht laute übungen gar nicht zuhause machen.

Ich habe aktuell zwei Songs im Gesangsunterricht: Misguided Ghosts von Paramore, den man auch gut etwas leiser üben kann, und Forgiven von Within Temptation. Wer letzteren Song kennt, weiß: der ist verdammt hoch. Kopfstimme, Kopfstimme, Kopfstimme! Und wer nicht zufälig ein gut ausgebildete Kopfstimme besitzt, sondern wie ich noch daran arbeitet, kam sich bestimmt auch schon mal vor wie ein fiepsendes Irgendwas, das Außenstehende sicherlich als alles andere als Sänger/-in bezeichnen würden. So ging es mir auch mit diesem Song. Als ich ihn die letzten Tage zuhause geübt habe, habe ich immer darauf geachtet, leise zu sein und mich nicht mehr auf das Wesentliche konzentriert. Es klang schrecklich! Und weil es so klang, habe ich mit Druck (falschem Druck) versucht, es besser zu machen, bis mir der Hals anfing weh zu tun. Man sollte es mittlerweile besser wissen, aber wenn sich so ein Frustberg aufbaut, vergisst man manchmal, was man eigentlich schon weiß 😉 Ich habe wohl versucht, meine Stimme ‚hoch zu pressen‘, das hat natürlich nichts mit Gesangstechnik und auch nichts mit ‚gesund singen‘ zu tun 😉
Gestern hatte ich Gesangsstunde und berichtete meiner Gesangslehrerin davon, dass meine Kopfstimme verloren gegangen sei. Sie lachte und erklärte die Aussage zu einer Unwahrheit 😉 Wir haben uns gestern vor Allem auf die Rehabilitation meiner Kopfstimme konzentriert – mit großem Erfolg wie ich finde. Auffällig war, wie anders gleich der erste Versuch des Songs dort in ihrer Wohnung klang: Weltenweiter Unterschied! Ich führe es darauf zurück, dass ich wusste: mich hört dort nur meine Gesangslehrerin und eine Hand voll Unbekannte Nachbarn, die mich nicht interessieren 😉

Dieser Umstand wird sich nun ändern! Bereits seit einigen Wochen bin ich auf der Suche nach einer Proberaumbeteiligung in Hamburg. Momentan ist hier guter Raum schwer zu bekommen, sowohl Wohn- als auch Proberaum – zumindest wenn man ein paar Ansprüche und eine Budget-Grenze hat. Jetzt scheint es aber gerade so, als wäre ich fündig geworden! Wenn alles klappt miete ich mich also mit einen Proberaum in einem Bunker ein, wo ich für ein paar Euros im Monat neben einem festen Tag in der Woche auch noch nebenbei den Raum nutzen kann, wenn er gerade frei ist. Eine Recording-Möglichkeit soll es da auch noch geben: Perfekt! Es ist noch nicht alles unter Dach und Fach, also drückt mir die Daumen, dass es gut geht und ich bald ein großes Hurra bloggen kann 😉

Ich erhoffe mir von dem Proberaum, freier Üben zu können. Einfach mal lossingen zu können und schauen, was passiert. Mal absichtlich ohne Furcht auch total daneben liegen zu können, um hinterher zu wissen, wo es gerade NICHT hingehen soll, hrhr. Singen hat auch viel mit fühlen zu tun, seinen Körper zu kennen und zu wissen, wie sich das und das anfühlt. Und um das alles auszuloten MUSS man auch mal richtig schief singen 😉 Außerdem kann man in einem Proberaum natürlich mehr und länger üben. Niemand, der genervt ist oder verärgert werden könnte durch die andauernde Lärmbelästigung. Die Aufnahmemöglichkeiten sind natürlich das i-Tüpfelchen, denn damit bekomme ich die Chance, Übungs-Sessions nochmal akustisch Revue passieren zu lassen und genau hinhören zu können.

Ich kanns kaum noch erwarten! 🙂

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