Atme doch mal richtig durch: Tägliche Atemübungen

Jede Disziplin, gleich ob Beruf oder Hobby hat ihre Routinen. Meist Tätigkeiten eher langweiliger Art, um die man sich gerne mal drückt. Gleichzeitig sind es immer genau diese Übungen, von denen die Lehrer einem einbleuen, sie seien unerlässlich und essentiell für Erfolg. Oft nicken wir brav während der Predigt, drücken uns dann trotzdem und stellen irgendwann -überrascht und verärgert zugleich- fest, dass die Lehrer doch recht haben.

Im Gesangsunterricht passt diese Beschreibung definitiv auf die Atemübungen. Sie sind unwahrscheinlich wichtig, um zu lernen, eine stabile Stütze aufzubauen und die Luft während des Singens passend zu dosieren, sonst schnappt man relativ schnell an nicht immer passenden Stellen nach Luft 😉 Auch ich habe mich am Anfang nicht groß darum geschert. Atmen lernen? Darin hab ich doch seit ich lebe Erfahrung! Denkste! Wer genauso denkt, wird wahrscheinlich erst ähnlich spät wie ich den Wert dieser Übungseinheiten schätzen lernen. Der Großteil des ‚Singen lernens‘ erfolgt ja sowieso in Eigenarbeit, gerade da bieten sich diese einfachen Übungen, bei denen man nicht all zu viel falsch machen kann und die jeder zuhause für sich machen kann, an. Man braucht nicht einmal zehn Minuten dafür, man muss nur den berühmten inneren Schweinehund überwinden.

Eine Übung für den allerersten Anfang zum Finden der richtigen Atmung wäre zum Beispiel:
Lege dich auf den Rücken und lege deine Hand kurz unter den Bauchnabel. Stelle dir bildlich vor, wie du beim Einatmen die Luft genau dort hin schickst ohne dabei selbst auf den Bauch einzuwirken. Wenn du es richtig machst, wölbt sich der Bauch nach außen und du spürst einen leichten Wiederstand gegen deine Hand auf dem Bauch.

Eine regelmäßige Atemübung, die in fast jeder ersten Gesangsstunde als erstes gelehrt wird:
Schön tief einatmen. Der Bauch sollte sich nach außen wölben. Ausatmen auf ‘F’, also mit einen F-Laut erzeugen, solange bis keine Luft mehr da ist. Dabei sollte sich die Bauchwölbung langsam wieder zurück ziehen. Das Einatmen sollte nicht direkt initiiert werden, sonst durch das ‚Loslassen‘ des Bauchs auf fast magische Weise von Statten gehen 😉 Wenn es sich anfühlt, als wenn die Luft ganz automatisch ohne große Atemaufwendungen in dich strömt, ist es richtig. Die Schultern sollten locker bleiben und sich nicht nach oben ziehen, wie wir es manchmal gerne machen. Danach folgt ein Ausatmen auf ‘S’ und danach auf ‘Sch’.

Ich versuche, täglich Atemübungen zu machen.  Ich stoppe dabei sogar die Zeit – ein Hoch auf Handy Stoppuhren – und notiere sie. Allerdings fällt es mir auch nach einiger Zeit immer noch schwer, mich wirklich regelmäßig aufzuraffen. Die Zeitenliste hilft dabei, da man schnell Verbesserungen sieht und das die Motivation steigert. Ich kann solch eine Taktik nur empfehlen.

Und jetzt: durchatmen! 😉

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