21.2.10: Lacuna Coil Konzert in Hamburg

Schon lange hatte ich meine Karte bei meinem favorisierten Ticket-Dealer getgo.de bestellt und am Sonntagabend, den 21.2.2010 war es endlich so weit: Ich ging zu meinem Date mit Lacuna Coil. Ich gebe zu, wir waren nicht ganz unter uns, meine Freundin Kate war dabei, noch son paar andere Musiker und einige freakige Leute, aber ich fühlte mich trotzdem sehr wohl 😉

Das Knust an sich war eine mir bis dahin unbekannte Location – ja ich weiß, als Hamburger Deern eigentlich ein Unding. Klingt komisch, ist aber so. Der Hauptraum, in dem sich auch die Bühne befindet hat, ähnlich wie die Große Freiheit 36 einen Balustrade, auf der es sich nicht nur besser sehen, sondern auch sitzen lässt.  Der gesamte Bereich ist mit Sesseln und Stühlen möbliert. Außerdem gibt es einen weiteren etwas kleineren Bereich, den ich als Chill-Out-Area bezeichnet habe, eine Bar, ein paar Sofas, Stühle, und – ich war begeistert – Beamerprojektion und LCD-TV , auf die das Bühnengeschehen übertragen wird. So kann man sich, so man will, ganz gepflegt aus dem Gedrängel heraus halten und trotzdem alles sehen. Natürlich ist das nicht dasselbe 😉
Zum Publikum kann man sagen: Es war bunt gemischt. Obwohl doch schwarz vorherrschende Farbe war, hatten es doch auch viele ‚Normalsterbliche‘ auf das Konzert geschafft. Trotzdem sah man auch skurril gekleidete Gothic Fans durch die Hallen schleichen, und ich war mit meinen blonden langen Haaren fast die Exotin auf der Veranstaltung. Wir waren aber alle ganz friedlich miteinander.

Lacuna Coil reiste mit zwei Vorbands an. Nach einigen Vorband-Miseren auf meinen letzten Konzerten war ich gespannt, was mich diesmal erwartete. Noch gespannter war meine Freundin, denn die kannte nicht einmal Lacuna Coil 😉
Die erste Band trug den irritierenden Namen Deadlock, verstehe ich als Codekünstlerin darunter etwas nicht sehr angenehmes: Deadlock auf Wikipedia Die Band betrat die Bühne und siehe da, genau wie bei der Hauptband des Abend gaben sich hier ein Sänger UND eine Sängerin die Ehre. Mein Interesse war geweckt und ich wartete auf die Eröffnung des Abends. Diese erfolgte heftig, denn ich hatte das Gefühl von riesigen Basswellen davon getragen zu werden. Die Überraschung wurde zu positivem Erstaunen, als die Sängerin ihren Mund öffnete. So eine wunderbare zarte und doch kraftvolle Stimme! So eine tolle Kombination mit der kräftigen Musik. Leider kam der Song dann an den Punkt, an dem der ‚Sänger‘ einsetze, denn der sang nicht – der GRUNZTE! Na toll! Es ist einfach nicht mein Musikgeschmack, aber für mich hat der Grunzer alles zunichte gemacht, meine Konzertbegleitung setzte sogar direkt zur Flucht an. Super, dass es die Chill-Out Area gibt 😉 Auffallend war, dass während die Band schon ordentlich abrockte das Hamburger Publikum fast ungerührt vor der Bühne stand. Ich habe mal die HP der deutschen Formation rausgesucht: Deadlock Homepage. Wem ein bisschen Gegrowl nichts ausmacht, dem ist die Band sehr zu empfehlen.

Die zweite Band des Abend war Dommin. Zu den Jungs kann ich nicht viel schreiben, da sie bei mir einfach nicht meinen Musik-Nerv getroffen haben. Auf ihrer Myspace Seite ist die Musikrichtung mit Rock/Alternative angegeben, ich fühlte mich stellenweise ein bisschen an Placebo erinnert. War okay, aber hätte ich eine Vorband wählen müssen, wäre meine Wahl trotz Grunzeinlagen auf die erste Band gefallen. Reine Geschmackssache, denke ich, jedoch war mein Geschmack wohl dem noch immer ungerührt vor der Bühne rumlungernden Publikum ähnlich.

Und dann war es Zeit für den Haupt-Act, für den Grund, weswegen wir alle an einem Sonntagabend im Knust zusammengefunden hatten: Lacuna Coil! Dank meiner Freundin und ihrer Dreistigkeit hatten wir einen guten Platz auf dem Balkon ergattert, mit bester Sicht auf die Bühne. Als die Mailänder dann endlich auf der Bühne erschienen und die Show  mit ‚Survive‘ eröffnet wurde, gingen mir drei Gedanken durch den Kopf:
1. Was für ein HAMMER Outfit von Cristina Scabbia! (Wenn es interessiert, ich denke, es war ziemlich genau das Outfit aus diesem Video ;))
2. Das Hamburger Publikum gab sich immernoch recht norddeutsch kühl und unbewegt. Lediglich in der Mitte sprangen ein paar Menschend in der Menge herum.
3. DEM HEILIGEN BIMBAM SEI DANK, Lacuna Coil sind live KLASSE! Das kann man ja leider nicht von allen Bands behaupt, aber hier gab es nichts zu bemängeln. Frontfrau und Frontmann bildeten eine Einheit und sprachen auch abwechselnd in den Songpausen. Die Songauswahl beinhaltete größtenteils Titel der ‚Shallow Life‘ und ‚Karmacode‘ Alben, aber auch ein paar weitere. Nach einer klasse Ansprache, dass niemand sich jemals vorschreiben lassen solle, wie er sein Leben leben soll oder dass er etwas nicht schaffen könnte, folgte der Song ‚I’m not afraid‘. Für die Ballade ‚Wide Awake‘ kleidete sich Christina hinter der Bühne mal schnell in ein Kleid, nach dem Song ging es mit einem wieder anderen Outfit weiter. Auch die Fotografen in den ersten Reihen wurden belohnt, denn die Sängerin lässt sich anscheinend gerne ablichten und posiert. Ich schaffte es zu nicht mehr als dem verschwommenen Schnappschuss, weil ich zu sehr Angst hatte, dass mein Handy mir aus der Hand rutscht und in dem Gedränge unter mir landet 😉
Leider kam ich zu fortgeschrittener Zeit nicht mehr um einen ständigen Blick auf die Uhr herum, da ich die letzte U-Bahn nach Hause erwischen musste. Ich hatte schon Angst, einen meiner Lieblingssongs ‚Swamped‘ nicht zu Ohren zu bekommen, doch siehe da: Meine Bitten wurden erhört. Zum Abschluss gab es noch ‚Enjoy the silence‘ mit Animation der Fans zum Mitsingen, die nun das erste Mal wirklich richtig aktiv wurden. Leider konnte ich aufgrund der Heimfahrtprobleme die Zugabe nicht mehr sehen, was ich wirklich sehr schade finde.

Vorher fand ich Lacuna Coil klasse, aber jetzt bin ich hin und weg. Jederzeit gerne wieder!

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