Review: Epica Konzert in Bremen am 10.10.2010

Wie bereits im letzten Post angekündigt, habe ich letzten Sonntag, am 10.10.2010, einen Ausflug in das nahe Bremen gemacht, um mir das Epica Konzert anzuschauen. Wie ich im Nachhinein erfahren habe, haben dort am selben Abend auch Die Happy gespielt *lach*. Aber die schaue ich mir traditionsgerecht im Dezember an 🙂

Nach einer angenehmen Anreise und einem Bummel durch Bremens – zugegeben wirklich schöne! – Innenstadt musste ich noch ein kleines Unterkunftsdesaster über mich ergehen lassen. Ich kann nur allen Bremen-Reisenden raten, auf ein Hostel namens ‚The Grand Hostel‘ zu verzichten, denn dort ist die Rezeption nur sporadisch besetzt und wenn man falsch ankommt, hat man Pech und keine Unterkunft für die Nacht. Sehr nett. Ebenfalls meiden sollte man aber auch das ‚Hotel Europa‘, das ohne Scham Zimmer mit kaputter Einrichtung (so richtig kaputt, statt Nachttisch gab es zerbrochenes Holzbrett) und Schimmel im Bad vermietet. In letzterem gibt es zumindest aber eine besetzte Rezeption 😉

Nun aber zum eigentlichen Grund und Highlight der Reise: Das Konzert! Als wir total abgehetzt an der Location Aladin Music Hall angekamen, hatte die erste Vorband bereits die Show eröffnet. Da wir zu spät waren, hatten wir keine Ahnung, wer da eigentlich gerade auf der Bühne stand, es deuteten auch keinerlei Plakate, Schriftzüge oder was man sonst so erwarten könnte auf den Namen hin. Passend zu Epica war es eine Metal-Band mit einer blonden (ja, Metalbräute müssen nicht immer schwarze oder rote Haare haben! ;)) Frontfrau.

Zeit, die Räumlichkeit mal etwas genauer zu betrachten. Drei Dinge fielen mir sofort auf: 1. Es war wirklich mega laut! Nicht so ein Ich-bin-auf-einem-Metal-Konzert-Laut sondern ein fettes Ich-kann-gleich-nichts-mehr-hören-Tinitus-Gefahr-Laut! Das war das erste Mal, dass ich zu einem Konzert mitgebrachte Ohropax auch wirklich benutzt habe. 2. Es war sehr gut belüftet dort. Ein wenig zu gut für mein Frostbeulen-Gemüt, denn während ich zuerst noch dachte, die Kälte von draußen hafte an mir, so wurde es doch mit fortschreitender Zeit kein bisschen besser. Ich behielt während des gesamten Konzerts meine Jacke an. 3. Es waren nicht sehr viele Leute da. Obwohl das Aladin eine recht kleine Location (ungefähr zu vergleichen mit dem Grünspan in Hamburg) ist, war es nicht annähernd gefüllt. Ich schätze, die Anzahl der Leute bewegte sich kurz über der 100er Grenze.

Zurück zur Vorband, die wie ich später am Merchandising Stand erfuhr den wirklich super bekloppten Namen ‚Revamp‘ hat. Für mein Empfinden spielten sie recht lange, ca. eine halbe Stunde. Die ersten Songs gefielen mir alle durchweg sehr gut und ich wollte unbedingt den Namen der Band in Erfahrung bringen und mir notieren. Am Ende wurde der guten Eindruck ein wenig durch sehr experimentelle Stücke, die irgendwie disharmonisch und schräg klangen, gemildert. Auch die Growl- und Scream-Einlagen der blonden Powerfrau machten den Eindruck kein bisschen besser. Schade eigentlich. Reinhören könnt ihr auf deren MySpace Site oder bei amazon: ReVamp

Dann kam die zweite Vorband, Ketts, wieder Metal mit female vocals. Schon der optische Eindruck gefiel mir nicht. Diesmal eine Frontfrau mit dunklen Locken und einem weißen Korsett. Ich musste spontan an eine Metal-Barbie denken 😉 Diese Frau hat zumindest meinen tiefsten ehrfürchtigsten Respekt dafür verdient, dass sie wie auch immer trotz engem Korsett und wilden Herumgeruder (ja so muss man es wirklich nennen) auf der Bühne jeden ihrer Töne gut getroffen hat. Die Musik an sich war trotzdem nicht mein Geschmack. Als sie dann auch noch in ihrer Vorstellung sagte, sie seien Franzosen… 😉 Es gibt bestimmt ganz viele nette symphatische französische Landsleute, ich habe sie nur noch nicht kennengelernt.

Nachdem beide Vorbands und ein weiterer Bühnenumbau fertig waren, wurde es endlich Zeit für die Band, wegen der sich diese beschauliche Menge in Bremen versammelt hatte: Epica. Ich war sehr gespannt, ob meine vier favourite Songs gespielt werden würden. Umso erfreuter war ich, als die Show bereits mit einem von ihnen – Resign To Surrender – eröffnet wurde 🙂 Frontfrau Simone Simons sah im Gegensatz zu den beiden vorgangegangenen Sängerinnen etwas schmächtig aus, was jedoch nicht für ihre Stimme zutrifft 😉 Die Dame ist eine tolle Live-Sängerin, anscheinend musste da nicht viel für die CD Produktionen nachbearbeitet werden. Sie bewegte sich wenig auf der Bühne, was vielleicht auch mit einem problematischen Kleidverschluß am Rücken zu tun gehabt haben könnte, denn es machte den Anschein als wenn sich dieser alle paar Minuten verselbstständigte und durch umständliches an-den-Rücken-Gegreife gebändigt werden musste. Die Songauswahl ging weit über die aktuelle CD Design Your Universe hinaus, es wurden viele Stücke von früheren Alben gespielt, die ich leider noch nicht so gut kannte, mir aber trotzdem auch gefallen haben. Das hatte jedoch zur Folge, dass es bei dem einen gespielten Lieblingssong blieb. Schmerzlich vermisst habe ich ‚Burn To A Cinder‘, ‚Never Enough‘ und das namensgebende Stück des Albums ‚Design Your Universe‘.

Etwa zur Mitte der Spielzeit wurden kurzzeitig sanftere Töne angeschlagen und ein fantastisches ‚Tides Of Time‘ dargeboten. Nach einem Jeder-weiß-dass-es-noch-nicht-zuende-ist-Ende wurden nochmal drei Zugaben gegeben und dann war es wirklich vorbei.

Alles in Allem bin ich froh, den Trip gemacht zu haben auch trotz der Probleme mit der Unterkunft. Es hat mir viel Spaß gemacht, Epica live sehen zu können und ich würde wieder hingehen 🙂

2 Gedanken zu „Review: Epica Konzert in Bremen am 10.10.2010

  1. Hallo,
    erst einmal super das sich jemand die Arbeit macht einen Livebericht über ein tolles Konzert zu schreiben. Der Bericht ist echt super geworden..
    Aaaaber um auf die Namen der Vorbangs zu kommen, hättest Du nur auf die Konzertplakate schauen müssen…und dann hättest auch gesehen das die 2. Band den Namen Kells hatte. Desweiteren war das Konzert im Tivoli- das Aladin war der große Anbau… und es waren auch wenn es wenig aussah… ca 300 Leute anwesent… Und sorry man sollte nie schreiben, das man während des gesamten Konzertes seine Jacke an hatte… das ist eine Beleidigung an die Bands, die sich da vorne abmühen….in der 1. Reihe war es übrigens sehr warm.
    Trotzdem vielen Dank für den Bericht!!!

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