Rauchen und Singen

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Immer wieder stellen sich Gesangsanfänger und auch -fortgeschrittene die Frage, inwiefern sich Rauchen auf das Singen auswirkt. Über die generellen Nachteile und Risiken des Zigarettengenusses brauchen wir hier nicht anfangen zu diskutieren. Es geht um die Frage: Singe ich schlechter, wenn ich rauche?

Ich lese gerade ein bis jetzt ganz fantastisches Buch (The Rock-N-Roll Singer’s Survival Manual), das sich in den ersten Kapiteln dem Instrument itself, also unserem Körper widmet. Es geht um Fitness, Essgewohnheiten und eben auch Drogenkonsum und welche Auswirkungen er für unser Musikinstrument hat. Dort wird auch relativ umfangreich das Thema Rauchen behandelt. Ich muss ja zugeben, dass ich selber gelegentlich (und in letzter Zeit bei immer mehr Gelegenheiten…) rauche und mich selbst oft gefragt habe, ob ich dadurch Nachteile beim Singen davon trage.

In dem Buch wird nun folgendes erläutert:

Der Kehlkopf besteht unter anderem aus einigen feinen Membranen, die mit einer Schleimschicht bedeckt sind. Unser Körper ist empfindlich darum bemüht, diese vor einer Austrocknung zu schützen. Wenn man jetzt also ne schöne Zigarette raucht und den heissen Rauch über den Kehlkopf jagt, ist die Gleichung eigentlich ganz einfach: Feuchtigkeit + Hitze = Feuchtigkeit weg Das passiert nicht nur beim aktiven, sondern ebenso beim passiven Rauchen. Unser Organismus ruft also Alarmstufe 1 aus und lässt eine extra Schicht Schleim produzieren, die sich schützend über den Kehlkopf legt. So weit, so gut eigentlich, sind wir ja wieder geschützt. Doch genau dieser Schutz hindert erforderliche Teile unseres Instruments – Stimmlippen und Co. – am Vibrieren und das ist ein wesentlicher Bestandteil der Tonerzeugung. Man muss sich jetzt also mehr anstrengen,  um denselben Song zu singen, den man ohne diese extra Schleimpackung ganz easy hätte singen können. Wenn man sich doll genug anstrengt, sprengt man den Schleimpanzer und lässt dadurch seinen Kehlkopf komplett ungeschützt im Nikotinnebel zurück.

Aber es kommt noch mehr: Zusätzlich rasieren wir uns dadurch bildlich gesprochen den Hals von innen. Dieser ist nämlich eigentlich mit einer ganzen Menge feiner Hährchen bedeckt, die dafür zuständig sind, Schleim von den Lungen weg zu transportieren. Derer haben wir uns nun aber entledigt, also was bleibt? Husten. (Deswegen auch der gefürchtete Raucherhusten). Ich werde Euch die Einzelheiten ersparen, aber Husten ist eine unschöne, stressige und nachteilige Angelegenheit für unsere Stimm-Organe, insbesondere die Stimmlippen. Sie reagieren emfindlich darauf und schwellen an.
Mittlerweile haben wir also extra Schleim im System, dem wir durch angestrengtes Singen von unserem Kehlkopf jagen, wodurch wir dann husten und Schwellungen im Hals produzieren. Die Stimmkontrolle geht flöten und die Resonanzräume sind durch die Vergrößerung der Membranen kleiner. Das kann doch nicht sein, wir versuchen weiter mit noch mehr Anstrengung zu singen und pressen die Stimmlippen aneinander. Das mögen die leider gar nicht gerne und reagieren schnell mal gereizt. Deswegen ist auch das so bezeichnete ‚Pressen‘, mit Druck aus dem Hals heraus versuchen zu singen, so schädlich und auch unangenehm, immerhin tut hinterher ja auch weh. Wir strengen uns krampfhaft an und unsere Stimmlippen bedanken sich, in dem sie durch die ständige Reibung noch weiter anschwellen. Autsch.

Natürlich gibt es Sänger und Sängerinnen, die schon seit Ewigkeiten rauchen und toll klingen und keine Nachteile dadurch zu haben scheinen. Abgesehen von der Tatsache, dass man sie mal ‚entgiftet‘ singen hören müsste, um die Nachteil-Sache wirklich beurteilen zu können, sind wir da auch wieder beim Thema ‚Jeder Körper ist anders‘. Einige reagieren sehr schnell und empfindlich auf etwas, z.B. Zigarettenrauch, andere scheinbar gar nicht.

Ich will das Gelesene sicher nicht als die allein gültige Wahrheit hinstellen, aber es klingt schon logisch, oder? Es hat mich auf jeden Fall sehr zum Nachdenken angeregt und ich werde in naher Zukunft mal einen Selbstversuch starten und dieses lästige Laster (genial oder? ;)) an den Nagel hängen!

4 Gedanken zu „Rauchen und Singen

  1. Hi
    Also ich denke dass dein Beitrag hier schon ziemlich logisch klingt.. Ich kann nur mal ein Selbstbeispiel nennen..
    Und zwar singe ich schon seit Jahren klassisch und habe mit 21 Jahren mal durch einen Versuch mit Rauchen begonnen..
    Innerhalb eines Monats wurde meine Stimme so schlecht (Heiser und kratzig und ich kam nicht mehr auf die hohen Töne) das ich dann das Rauchen wieder aufgegeben habe.. Nach 2 Wochen hatte sich dann die Stimme wieder soweit erholt. Es ist ja auch allgemein bekannt dass Rauchen sehr ungesund ist..
    Ich kann da deinem Beitrag nur Recht geben.
    L.G. Edith

  2. Ich hätte eine Frage, und zwar wie lange es denn dauern müsste, bis diese Schleimschicht an Kehlkopf wieder verschwindet beziehungsweise sich wieder normalisiert? Ein Wert von … bis … (näherungsweise) wäre sehr hilfreich.
    danke im Voraus 😉

  3. Also daher ich schon 16 Jahre alt bin und ich es mit 15 angefangen habe. Ist es schon leider scheiße aber egal…….. Und ich kann es zu geben manche können mit rauchen singen aber manche auch nicht also ich glaube als z.m.b Justin Bieber hat geraucht da seine stimme auch so ging aber als er ja das Album Purpur raus gebracht hat hat er noch eine ganze hellere stimme gehabt also lieber nicht rauchen und so üben oder weiter singen…… hoffe könnte ich euch helfen :))))))

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