Die Ani Stagepiano Challenge: Wie Ani an ihr neues StagePiano kam – Teil 1

Mein Yamaha PSR E413 Seitenansicht

Nachdem ich mich jetzt einem guten Jahr mit meinem AniBoard, dem Yamaha PSR-E413, beschäftigt habe, zieht es mich jetzt doch zu etwas größerem hin. Mich stören an meinem Keyboard 1. die begrenzte Tastenanzahl von 66 , 2. die labbrigen Plastiktasten, die zwar eine Anschlagdynamik haben, aber doch bei jedem Tastendruck direkt ein *plopp* auf dem Boden darunter erzeugen, weil sie direkt ‚durch-rasen‘ und 3. der im Vergleich mit größeren Geräten abstinkende Piano Sound.

Versteht mich nicht falsch, ich habe aus gutem Grund mit einem Einsteiger Keyboard angefangen. Obwohl mir jeder riet ‚Besorg dir gleich was richtiges, sonst bereust du es!‘ oder ‚Mit sowas wirst du aber keinen Spaß haben, wenn du Klavier spielen willst‘ und obwohl ich genau diese damals von mir belächelten Tipps heute an andere Anfänger weitergeben würde, bereue ich es nicht. Ja, ein bisschen verwirrend, der Satz, vielleicht nochmal lesen 😉
Als ich mich für ein Tastenintrument entschieden hatte, hatte ich keinerlei Erfahrung damit und wollte vorrangig erstmal wissen:
– Macht mir das Spaß?
– Macht mir das soviel Spaß, dass ich es schaffe, mich auch bei knapper Zeit damit zu beschäftigen?
– Mache ich Fortschritte, die mich motivieren, weiter zu machen?
– Berührt das, was ich da mache, mein Herz?

Wem der letzte Punkt etwas komisch vor kommt, der lasse ihn weg, aber einige kennen vielleicht das Gefühl, wenn sie singen oder ein Musikintrument spielen oder irgendwas anderes machen, was ihnen am Herzen liegt und plötzlich dieser wohlig warme Schauder einen erfasst und es kribbelt irgendwie überall und man genau weiss ‚Ja, das ist es! Es berührt mein Herz!‘. Das hatte ich bei meinen stümperhaften Gitarrenversuchen nie, aber mittlerweile durfte ich das Gefühl sowohl beim Singen als auch ein paar Mal beim Keyboard spielen erleben.

Back to topic! Mittlerweile kann ich alle oben gestellten Fragen mit einem klaren JA beantworten. Auch wenn verschiedenen Stresssituationen oder körperliche Einschränkungen mich zu Zwangspausen führten, hat es mich  doch immer wieder an die Tasten gezogen. Ich bin vielleicht nicht so weit gekommen, wie ich nach einem Jahr hätte kommen können, aber ich will ja auch nicht an einer Musikschule aufgenommen werden, also wen störts? Na gut, mich, aber ich kann ja immer weiter machen *g*. Ich konnte mich zumindest an meinem Keyboard erproben, es hat mir gute Dienste geleistet und es hat mir geholfen, herauszufinden was ich will. So weiß ich zum Beispiel, dass die technischen Spielereien, die einem ein Keyboard bietet, Spaß machen und zum Experiementieren anregen, aber wenn ich ehrlich bin, hab ich doch meist den Piano Sound gespielt und kaum extra Effekte genutzt. Ich brauche keine 500 verschiedenen Sounds, mir reichen gute Piano Sounds, vielleicht in ein paar Variationen und schöne Streicher wären ganz nett. That’s it! Mittlerweile achte ich bei einem Gerät eher noch auf z.B. die Anschlussmöglichkeiten, die es einem bietet.  Man kann also notieren: Die Prioritäten haben sich verschoben. Das plastikmäßige Keyboard mit Soundvielfalt hat ausgedient und nun soll es doch eher in Richtung Klavierersatz gehen. Ich wünsche mir ein Instrument, bei dem mich die Piano-Sounds begeistern und das eine gute Tastatur aufweist. Alle anderen Eigenschaften sind dann eher solche, die man bei verschiedenen Geräten noch gegeneinander abwägt, um für sich einen Sieger zu finden.

Es soll übrigens technisch zwar ein Klavierersatz sein, äußerlich jedoch nicht. Ich möchte keinen großen Brocken im Zimmer stehen haben, den ich alleine nicht vom Fleck bewegen kann. Auch möchte ich mir die Möglichkeit erhalten, das Gerät vielleicht irgendwann z.B. in Richtung eines Proberaums bewegen zu können. Daher habe ich meine Auswahl auf Stagepianos eingegrenzt. Fasse ich also die generellen Kriterien für meine Stagepiano-Challenge einmal zusammen:
– 88 Tasten mit gewichteter Hammermechanik, gute Tastatur
– eingebaute Lautsprecher wären von Vorteil, aber wie in einem Artikel dazu erwähnt kämen auch Geräte ohne integrierte Tonerzeugung in Betracht
– schöne, möglichst authentische Piano Sounds und vielleicht ein paar Streicher
– Ausgänge zum Anschluss an externe Sound-Wiedergabe Quellen (wenn man sich ‚was richtiges‘ gönnt, soll es auch für eventuelle Vorhaben wie eine schöne neue Soundanlage oder gar den Proberaum/Bühne gerüstet sein) und Recording Equipment
– vom Gewicht her sollte ich das Instrument noch selbst bewegen können 😉
– das Budget: ich bin bereit 1000€ auszugeben

Mit diesen Kriterien startet meine Piano-Challenge vorerst mit der Information im Internet. Was dabei heraus kam,  waren viele Gerätenamen und -eigenschaften, die mir nun mehr oder weniger ein Begriff sind. Ich habe die Kandidaten sogar in einem Excel Dokument mit ihren Werten gegenübergestellt. Um ein paar Namen zu nennen: Yamaha P-95, Korg SP-250, Yamaha CP-33, Kawai ES6B.

Wie man schnell feststellt, ist hier und da mein Budget sehr ausgereizt bis übertreten. Mit dem Kawai war meine eigentliche Grenze schon mal um fast 200 Euro übertreten. Trotzdem schielte ich mit einem Auge noch in Richtung Roland FP4 / RD300 oder gar noch teurer. Gucken darf man ja mal 😉 Doch meine Liste basiert nur auf Fakten. Fakten sind mir wichtig, aber gerade wenn es um Musik geht, sind wir doch eher Gefühlsmenschen und das Gefühl wird mich auch zu dem richtigen Instrument führen 😉

Mittlerweile habe ich einige Geräte im Justmusic hier in Hamburg angespielt. Beziehungsweise anspielen lassen, denn meine Keyboard-Null-Widerstand-Tasten-gewohnten Finger sind auf den ‚richtigen‘ besseren Tastaturen sehr holprig unterwegs. Nichtsdestrotrotz muss man ja auch selber ein wenig rumdrücken und fühlen und testen. Bei meinem ersten Testgang grenzte sich das Feld auf drei Kandidaten ein: Das bereits erwähnte Kawai ES6b, das mit einem Auge erschielte Roland FP4 und das in derselben Preisklasse liegende Yamaha P155. Entgegen meiner Meinung ‚Ich komme von einem Yamaha Keyboard, ich mag bestimmt auch die Yamaha Pianos gern‘ schied dieses Gerät tatsächlich sofort aus. Der Sound klang in meinen Ohren irgendwie fast etwas zu schrill (schwer zu beschreiben, da auch sehr subjektiv ;)) und die Tastatur war furchtbar! Irgendwie blieben die Tasten sehr lange unten nach dem Drücken und das liess nicht wirklich gar nichts zustande bringen. Da blieben noch zwei. Diese spielte ich ein wenig mit Kopfhörern Probe, um mich an die Tastatur zu gewöhnen. Ich habe zwar hier und da auch mal die anderen Sounds angehört, aber am wichtigsten ist mir ja der Piano Sound, also habe ich vor Allem den gespielt. Fazit: Das Kawai gefällt mir, wenn auch nicht so ‚richtig gut‘. Das Roland hat knapp die Nase vorn. Der Sound klang hier für mich am schönsten – näher am ‚wie ich ganz subjektiv mir meinen idealen Pianosound vorstelle‘.

Alle Möglichkeiten offen halten wollend  fragte ich den Verkäufer, der mir die Geräte gezeigt hatte, noch ob ich auf jeden Fall in einer höheren Preisklasse (dabei befand ich mich ja bereits in einer höheren Preisklasse als gewollt!) noch bestimmte Geräte anschauen sollte und da ich vom Roland am meisten angetan war, empfahl er mir das Roland FP-7F auf jeden Fall noch anzusehen. Das hatten sie aber momentan nicht da. Mittlerweile haben sie es da, weiter mit der Stagepiano Challenge geht es im nächsten Artikel 🙂

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