Hör genauer hin! Nutz das innere Ohr!

Jeder, der seine Stimme schon einmal in irgendeiner Art und Weise aufgenommen hat, kennt es. Man hört die Aufnahme und dieses ‚Das bin doch nicht ich Gefühl‘ stellt sich ein. Natürlich bist das du, du hast doch ins Mikrofon gesungen!

Ich habe diese Woche gelernt, dass wir uns zu 70 Prozent über unser sogenanntes inneres Ohr wahrnehmen und zu 30 Prozent über die Luft. Wenn wir uns auf einer Aufnahme zuhören, hören wir uns zu 100 Prozent über die Luft, so wie alle anderen uns auch wahrnehmen. Da uns die 70 Prozent über das innere Ohr fehlen, hören wir uns für uns selbst ganz anders an und so kann es schnell zu einem Fremdgefühl der eigenen aufgenommenen Stimme kommen. Aber keine Angst, man gewöhnt sich an seinen Zwilling 😉

Ich nehme mich schon seit langem beim Singen auf, allerdings beschränkt sich das Equipment, das mir bisher dazu bereit steht auf mein Notebook-Mikrofon und den Windows Audiorecorder. Was dabei herauskommt ist eher ein Gerausche, aus dem bei ganz genauem Hinhören ein paar Worte zu erkennen sind. Meine erste Aufnahme mit einem anständigen Mikrofon und einem Harddisk Recorder war äußerst befremdlich. Dicker Kopfhörer auf den Ohren und zwar wird einem die Stimme über Kopfhörer nochmal zugespielt, damit man das Gefühl hat, sich einigermaßen normal zu hören, aber die ersten Aufnahmen zeigten deutliche Intonationsschwächen. Das lag aber nicht an unerreichbaren Tönen, ich hatte mich einfach noch nicht an diese Art des Aufnehmens gewöhnt, denn auch das gehört dazu. Wenn man sich besser über sein inneres Ohr wahrnehmen kann, ist total egal, welches Aufnahmeequipment oder welches Monitoring bereit steht, man hört sich auf jeden Fall zu 70%! Und die reichen meistens um Töne zu treffen.

Um seine innere-Ohr-Wahrnehmung ein wenig zu trainieren, kann man sich zum Beispiel einfach mal die Ohren zuhalten und genau hinhören. Oder mal einen Song mit dicken Kopfhörern auf den Ohren mitsingen 😉 Klingt alles ziemlich ulkig, aber wenn man als Sängerin imstande ist, sich auch bei schlechten Bedingungen gut zu hören, ist man klar im Vorteil!

Seit gestern Abend ist die Aufnahme unseres ersten Songs im Kasten und obwohl ich weiß, dass das noch nicht das Optimum ist, bin ich recht zufrieden. Und das will erstmal erreicht sein 😉

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