Verspäteter Konzertbericht: Alter Bridge in Hamburg am 14.11.2011

Aufgrund actionreicher letzter Tage und leider auch immer wieder Krankheit (jetzt möchte ich ein lautes ‚oooooooohhhh‘ hören) bin ich noch nicht dazu gekommen, meine Eindrücke vom Alter Bridge Konzert, das am 14.11.2011 in Hamburg – natürlich wieder im Docks – stattfand, nieder zu schreiben. Dies will ich hier in aller Kürze schnell nachholen.

Der 14.11.11 ist ein Montag gewesen. Am Wochenende davor, war man sich noch nicht ganz sicher, ob das Konzert stattfinden würde, da Sänger Myles Kennedy krank geworden war. Ein Konzert am Samstag in Dänemark wurde demzufolge (leider ersatzlos, aber mit Geld zurück Garantie) abgesagt. Die Hamburger Fans zitterten also, und das gleich in zweierlei Weise: 1. wollte niemand, dass das Konzert abgesagt wurde, aber 2. wollte ebenso niemand einen kranken Sänger hören.

Wie auf Konzerten so üblich kamen wir aber erstmal in den Genuss der Vorband. Mein kleines Vorband Trauma fragte mich, warum ich denn diesmal überhaupt so früh da war, dass ich Vorband ganz mitbekam. Aber Heiliger Bimbam, ich wurde belohnt! Mein Vorband Trauma ist kuriert, denn dieser Support Act nennt sich ‚Black Stone Cherry‚ und spielt ganz vorne mit. Mir waren die Jungs bisher total unbekannt, aber einen Namen müssen sie sich schon erspielt haben, immerhin durften sie das Publikum eine ganze Stunde unterhalten. Und es war gute Unterhaltung! Zwar wirkte das Quartett auf der Bühne teilweise ein biiisschen unsicher, so nach dem Motto ‚was soll ich denn jetzt machen‘, aber spätestens beim nächsten Refrain oder dem in so gut wie jeden Song gut eingebauten Gitarrensolo (bei dem der Frontmann ein Grinsen zur Schau trägt, das wirklich unbeschreiblich ist ;)) war das total vergessen. Getragen wird der rockige Sound von einer unverwechselbaren abwechslungsreichen Stimme, die einen direkt mitreisst. Während ich mich anfangs hier und da an den Godsmack Sound erinnert fühlte und ab und zu einen Hauch Uncle Cracker (im guten Sinne) entdeckte, hörte ich schnell auf, Vergleich zu ziehen. Das waren Black Stone Cherry und die waren klasse! So klasse, dass ich mir kurz nach dem Konzert direkt das Album ‚Between the Devil & the Deep Blue Sea‘ besorgt habe. Das solltet ihr auch tun, denn es gehört in jede Musiksammlung! 😉

Und dann kam endlich Alter Bridge auf die Bühne. Ich hatte bei Facebook gelesen, dass sie Sonntagabend in Berlin wieder gespielt hatten und es toll gewesen sei, also war ich eigentlich guter Dinge… und wurde dann doch enttäuscht. Leider habe ich keinen Vergleich und kann daher nicht sagen, ob es noch Krankheit oder Normalzustand war, aber die Stimme des Frontmanns Myles klang agr gestresst. Es kam mir so vor, als ob eine Menge Songs extra abgewandelt wurden, mehr Instrumental Parts, weniger Singen. Er selber nahm sich an einigen markanten aber schwierigen Stellen auch sehr zurück. Insgesamt fühle ich mich teilweise – so leid es mir tut – an Kermit den Frosch erinnert. Vielleicht war es mein eher negativ gesprägter Gesamteindruck, aber ich meine, auch die Instrumentalisten waren nicht in Bestform. Einiges klang irgendwie… nicht zusammen passend, das ist schwer zu beschreiben. Ich habe hier und da einige enttäuschte Gesichter gesehen. Ich war mit meinem Freund da, welcher nach knapp der Hälfte bereits am liebsten das Konzert verlassen wollte. Während wir anfangs noch auf unsere Lieblingssongs hofften, beteten wir jetzt, die Band, die da auf der Bühne stand, möge sie bitte nicht anfassen 😉
Dann kam noch eine kleine Wende. Die Show war ca zu 2/3 geschafft, da liess man Myles alleine mit einer Akustikgitarre auf der Bühne. Er performte ein Version von ‚Wonderful life‘ und ‚Watch over you‘ –  zwei wunderschöne Balladen, die zu meinen Lieblingssongs zählen – und plötzlich war es da! Dieser Gänsehautfaktor in der Stimme, dieses rauh und gleichzeitig sanfte mit dem besonderen etwas, das man nicht beschreiben kann. Von diesem Zeitpunkt an liefen erstaunlicherweise auch die letzten Songs deutlich besser als die ersten, wenn der Gute doch auch recht angestrengt wirkte.

Im Fazit bereue ich es nicht, da gewesen zu sein, aber übermäßig begeistert kann ich mich leider nicht geben. Die Alben, zum Beispiel AB III höre ich mir trotzdem gerne weiter an und kann ich auch jedem ans Herz legen. Live ist dann wohl doch eher was für hartgesottene Fans.

4 Gedanken zu „Verspäteter Konzertbericht: Alter Bridge in Hamburg am 14.11.2011

  1. Hi Christina,
    danke für deinen Kommentar. Ja, bis jetzt bin ich sehr schreibfaul gewesen aber das habe ich vor, wieder zu ändern. Vielleicht ja sogar diesen Monat noch 😉

    Lg,
    Ani

  2. Hi leider war bei den letzten Konzerten der Soundmix unter aller Würde.
    Wenn man dann das Konzert im FZW ind Dortmund sich auf Youtube ansieht, da war es live ein 5 Sterne + Konzert, auch die Konzerte vorher waren besser.
    Es liegt allerdings eindeutig an der Technik sprich dem Guy am Mixer und dem Equipment.
    Just for info ich bin morgen in Hamburg und denke im Open Air Bereich läuft das einfach besser.

    Viele Grüße

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