Auf der Suche nach der AniBand Part 2

Dieser Artikel ist eine Fortsetzung von Auf der Suche nach der AniBand. Darin habe ich meine ersten Erfahrung bei der Band-/Mitmusikersuche beschrieben. Mittlerweile ist wieder ein wenig Zeit vergangen und ich habe noch mehr musikalische Leute kennengelernt – diese Erfahrungen möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten 🙂

Ich erwähnte ja bereits, dass der Musikmarkt anscheinend überschwemmt ist von ‚alleinstehenden Gitarristen‘ und so ist es kein Wunder, dass alle Treffen mit eben solchen statt fanden.
Während ich im ersten Teil meiner Suche tatsächlich nur auf mir symphatische Menschen gestossen bin, bei denen ich keine Bedenken gehabt hätte, dass es auf menschlicher Ebene hin haut, stand ich bei Folge zwei vor einem Problem: Was macht man, wenn ‚der Funke nicht überspringt‘? Also nicht auf romatischer Ebene 😉
Wir trafen uns auf eine Cola getroffen und ich wollte noch einen Happen essen. Das ist, wie ich nun weiß, nicht klug gewesen, denn man ist mindestens die Zeit, die es dauert, bis die Bestellung aufgenommen, gebracht und das Essen verzehrt wurde, sozusagen aneinander gebunden. Man kann nicht einfach aufstehen und sagen, man muss jetzt los oder so und noch viel weniger kann man das Gegenüber bitten zu gehen 😉 Gut, so schlimm war es nicht, nur einfach nicht meine Wellenlänge und das Treffen wäre wahrscheinlich kürzer gewesen, hätte ich nichts gegessen. Nichtsdestotrotz wollte ich dem ganzen eine Chance geben, man will ja auch gar nicht oberflächlich sein und nur den ersten Eindruck bewerten, und so hielten wir tapfer die Zeit durch und tauschten uns aus. Nachdem ich drüber geschlafen hatte, war ich mir meiner Meinung jedoch sicher und erteile dem Saitenzupfer eine nette Absage. Es passte einfach nicht und das menschliche ist mir sehr wichtig bei diesem Projekt. Ich möchte nicht nur Leute, mit denen ich Musik machen kann, ich möchte Personen finden, mit denen ich GERNE Musik mache und bei denen ich das Gefühl habe, sie machen auch GERNE mit mir Musik.

So, das war also schonmal nichts. Doch es standen noch zwei weitere Treffen in der letzten Zeit an. Gitarrist Nummer eins ist musikmäßig schon weit erfahrener als ich. Er beherrscht sein Instrument gut und bereits im Vorwege per Email klärten wir, was wir in unserer Test-Probe machen w0llten. Ich schickte ‚Use Somebody‘ als Hörprobe und so war das einer der Songs, den wir ‚probten‘. Aufgabe Nummer 2 war schwieriger, hier ging es darum, auf eine bereits bestehende Melodie eine Gesangsmelodie und einen ersten Text zu entwickeln. Die Probe an sich war eigentlich sehr gut. Meine Aufgeregtheit hielt sich in Grenzen, ich hatte keine Hemmungen ‚los zu singen‘ und fand das gemeinsame Ergebnis auch gar nicht so schlecht. Was mir jedoch am meisten in Erinnerung geblieben ist (falls du das hier liest, versteh das bitte nicht falsch! ;)): Was für ein geiler Proberaum/Studio?! Sowas hatte ich noch nie gesehen. Ich kenne die miefigen stinkigen lauten engen Bunkerräume und auch ebenerdige größere Übungsräume mit Tageslicht, aber das spielte in einer ganz anderen Liga! Auf einem Hof in der obersten Etage eines Gebäudes, wo es nur einen einzelnen Proberaum gibt, der Rest schienen mir eine Autowerkstatt und Geschäftsräume zu sein, existiert ein Schmuckstück, das seinesgleichen sucht 😉 Gemütlicher Eingangsbereich mit Kühlschrank, Wasserkocher und co. Eine kleine Drumkabine. Ein Regieraum mit PCs and Stuff und dann natürlich den dazugehörigen großen Proberaum mit was weiss ich 3m? hohen Decken. Krass. Da hab ich was gesehen, was ich auch haben will, wenn ich groß bin 😉 Aber, back to topic, hier ging es ja nicht um eine Raumanmietung sondern eine Test-Probe *g*. Als Minuspunkt fiel definitiv die zeitliche Abstimmung ins Gewicht. Da mein potenzieller Gitarrist ein Papa ist und das auch sehr ernst nimmt (sehr löblich!), fröhnt er seinem Hobby nur, wenn die Kinder im Bett sind. Das ist gut. Also für die Kinder 😉 Für mich eher unpraktisch, aber hätte man wohl hinkriegen können. Die Lage dieses klasse Proberaums war im westlichen Hamburg auch genau da, wo mein Traum-Probeort eben nicht sein sollte, aber das war auch nur ein Abstrich, kein KO-Kriterium.

In derselben Woche hatte ich noch ein weiteres Treffen mit einem Gitarristen. Ein Kennenlern-Treffen hatte vorher schon stattgefunden, also war hatte ich keine Angst, dass es auf menschlicher Ebene nicht klappt. Es stand lediglich die musikalische Feuerprobe aus. Wir hatten uns per Email auch schon grob vorbereitet, zumindest stand ein Song, den ich vor einigen Jahren geschrieben habe (der beste Text, den ich je hab entstehen lassen) auf dem Programm. Es gab schon ein grobes Grundgerüst, denn neben dem Text und der Gesangsmelodie gab es auch schon eine Gitarren-Idee, die ich vor einiger Zeit in einer auseinandergegangen Zusammenarbeit mit einem anderen Gitarristen entwickelt hatte. ‚Der Neue‘ spielte es nicht genau so, aber doch stark daran angelehnt.
Obwohl wir gehandicapt wurden, in dem der eingeplante Gitarrenverstärker für die mitgebrachte E-Gitarre plötzlich weg war, war es eine sehr produktive erste Probe, denn glücklicherweise habe ich meine vernachlässigte Akustik-Gitarre im Raum. Frei nach dem Motto ‚Ja…äh…scheiße jetzt….hmm… du kannst doch bestimmt auch Akustik-Gitarre spielen, oder? (Gibt die Gitarre rüber) Hier, spiel die!“, hrhr. Nach dem ersten Song gingen wir sogar noch einen zweiten Songtext an, den ich vor kurzem erst geschrieben habe, und es enstand erste musikalische Untermalung dazu. Ich hatte den Text, zwar extra vorher nochmal aufgeschrieben, um ihn ‚aus dem Hut zaubern zu können‘, falls es wirklich so gut laufen sollte, aber damit gerechnet hatte ich nicht. Ich denke, wir gingen beide recht zufrieden mit uns nach Hause. Noch auf dem Rückweg zur Bahn beschlossen wir, dass wir was zusammen starten und am nächsten Tag hab ich dem anderen Gitarristen abgesagt. Ich finde, Niveau, Vorstellungen und Erwartungen decken sich hier zu großen Teilen, so dass die Grundvorraussetzungen schon mal gut aussehen. Was sich daraus entwickelt, wird sich zeigen, wenn wir mehr als ein paar Mal geprobt haben und hier wird es dann natürlich nachzulesen – und wenn es richtig gut läuft auch zu hören 😉 – sein.

Der Schlachtplan sieht also nun so aus, dass zu zweit erstmal 3-4 eigene Songs grob entwickelt werden und es mit diesen dann wieder raus in die Casting-Welt geht, um die nächsten Musiker ins Boot zu holen. Das wird sicherlich recht spannend und ich freu mich jetzt schon drauf *g*.

Ich bin einen Schritt weiter und möchte an dieser Stelle mal allen suchenden Musikern viel Erfolg und ne Portion Durchhaltevermögen wünschen, denn so leicht, wie man es sich anfangs vielleicht vorstellt, war es – zumindest bei mir – überhaupt nicht und ich hab gerade mal erst eine Stufe geschafft! 😉

Ein Gedanke zu „Auf der Suche nach der AniBand Part 2

  1. List sich gut. Bin gespannt auf Teil 3 🙂 Wo ist denn deine Songtext-Sektion hier im Blog? 😀

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