Wo sind die ganzen Bilder hin? Von kommerziellen Blogs und Lizenzrechten…

Heute geht es mal um ein ganz anderes Thema als Musik, das mich derzeit virl beschäftgt. Vielleicht ist es jemandem ja schon aufgefallen: Es ist ziemlich karg geworden hier. Das liegt daran, dass ich fast alle Bilder, die ich in Artikeln hatte, entfernt habe. Warum? Na ja, weil mich eines davon nun ziemlich teuer zu stehen kommen soll… Damit vielleicht ein anderer Blogger nicht in dieselbe Falle tappt, beschreibe ich mal die Sachlage…

Ich hatte ein Bild in einem etwas älteren Post benutzt, dass bei einer Bildbörse nicht für die kommerzielle Nutzung freigegeben war. Leider habe ich dabei vergessen, einen Bildquellennachweis anzubringen 🙁 Ja, ich weiss, blöder Anfängerfehler, brauchen wir nicht drüber sprechen.

Auf jeden Fall, man höre und staune: Die kommerzielle Nutzung eines Bildes ergibt sich anscheinend nicht aus der Verwendungsart des Bildes selbst, sondern aus der Seite, auf der das Bild eingesetzt wird. Das heisst, wenn ich eine kommerzielle Seite habe, macht es keinen Unterschied, ob ich mit einem Bild z.b. von einer Blume meinen neuen Blumenladen im Internet promote oder ob ich das Bild in einem Artikel zur richtigen Aufzucht dieser speziellen Blumenart verwende. Beides gilt als kommerziell, wenn sie Seite so eingestuft wird. Klingt komisch, ist aber so.
Dieser Blog hier ist übrigens anscheinend, zumindest laut Einstufung eines Anwalts, eine kommerzielle Seite wegen der Amazon und Google AdSense Anzeigen, die ich eingebaut habe, in der (unerfüllten) Hoffnung, die Providerkosten darüber abdecken zu können. Klasse.

Jetzt fühlte sich der Fotograf des Bildes, dass ich also anscheinend unrechtmässig in einem kleinen Artikel benutzt hatte, offensichtlich davon auf die Füße getreten. Und statt mich anzuschreiben und entweder sachlich darauf hinzuweisen oder meinetwegen auch erbost ‚zur Sau zu machen hetzt er mir gleich einen Anwalt auf den Hals 🙁

Dies ist ein kleiner privater Blog, den täglich nicht sehr viele Leute besuchen und der Artikel war ein recht kleiner Post, der nicht auf Werbung für irgendwas oder irgendwen ausgelegt war, sondern meinen musikalischen Weg und Erfahrungen beschrieben hat und nun wird mir sozusagen vorgeworfen, ich hätte böswillig oder ‚profitgeil‘ gehandelt. Natürlich nicht im Wortlaut, aber so fühle ich mich. Ich habe wohl im Rahmen meines Hobbies einen Fehler gemacht und werde dafür nun zur Kasse gebeten. Ich soll eine fast vierstelligen Betrag zahlen. Ich frage mich wovon? Ich versuche schon, die Kosten für diese Seite wieder aufzuwiegen, weil ich aufs Geld schauen muss, und jetzt soll ich das mal eben zahlen…

Wo ist da die Relation? Habe ich einen Fehler gemacht? Ja! Bin ich bereit, dafür Lehrgeld zu zahlen? Ja! Ich habe bereits einen deutlich geringeren Betrag als Vergleichssumme angeboten, der natürlich abgelehnt wurde. Ich meinte fast schon, hinter dem Brief würde jemand kichern… 🙁

Wichtig zu erwähnen ist noch die ‚Strafbewehrte Unterlassungserklärung‘. Diese liegt eigentlich immer einer Abmahnung bei und soll mit gnadenlos kurzer Frist unterschrieben zurückgeschickt werden. Sie dient dem Zweck, dass der Abgemahnte sich gegenüber dem Abmahnenden verpflichtet, die abgemahnte Handlung sofort abzustellen und auch künftig zu unterlassen. Die Wiederholungsgefahr soll ausgeschlossen werden. Kann diese nämlich nicht beseitigt werden, kann der Abmahner eine einstweilige Verfügung erwirken und das ist nicht nur unschön, sondern auch teuer.
Da ich mir keinen Anwalt leisten kann, habe ich mich selber und mit Hilfe von Freunden, Bekannten und dem Internet ein bisschen schlau gemacht. Gerade in letzterem kann man viele Ratschläge finden, die darauf deuten, dass man nicht gleich den Vordruck vom Anwalt unterschreiben soll. Diese seien anscheinend so weit formuliert, dass man sich darin auf mehr verpflichtet, als man muss. Siehe zum Beispiel hier: GewerblicherRechtsschutz.pro – Strafbewehrte Unterlassungserklärung.
Auch in meinem Fall, ist das Formular so formuliert, dass ich es unterlassen soll alle geschützen Werke des Unterlassungsgläubigers ohne dessen erforderliche Zustimmung im Internet Dritten verfügbar zu machen oder sonst wie auszuwerten. Schon sehr schwammig, oder? Damit würde ich direkt ins Netz gehen, wenn ich irgendwann meinetwegen durch Zufall irgendein Werk, das muss ja nichtmal ein Bild sein, des Abmahnenden erwischen und irgendwo, das muss ja nichtmal dieser Blog sein, einsetzen würde. Da die Strafen, zu denen man sich in solch einer Strafbewehrten Unterlassungserklärung verpflichtet, schwindelerregend hoch sind (immerhin sollen sie so abschrecken, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, die Handlung, die zur Abmahnung geführt hat, nochmal zu machen), könnte ich direkt Privatinsolvenz anmelden, sollte ich da in die Falle tappen.
Entgegen dem Rat eines Bekannten, der Anwalt ist, scheint die Form bei der Unterlassungserklärung auch eine Rolle zu spielen. Mein erster Versuch, solch eine Erklärung abzugeben, scheiterte anscheinend daran, dass diese nicht so formal wie der Vordruck verfasst, sondern in einen Absatz meines Antwortschreibens eingebaut war und wurde daher nicht akzeptiert.

Grundsätzlich sollte man bei Abmahnung:
– Sofort die Handlung abstellen, die dazu geführt hat. Ich habe das Bild sofort entfernt. Bei WordPress Blogs ist es auch wichtig, das Bild nicht nur aus dem Artikel zu nehmen, sondern auch aus der Mediathek zu entfernen, so dass es nicht mehr auf dem eigenen Webspace vorliegt. Nicht, dass man doch noch irgendwie an das Bild heran kommt.
– Eine Unterlassungserklärung abgeben, um die Wiederholungsgefahr zu beseitigen. Ist diese ausgeräumt, steht letztlich noch der Schadensersatzanspruch des Abmahnenden plus natürlich die angefallenen Anwaltskosten im Raum. Hierzu empfiehlt es sich, einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

Kein schönes Thema. Ich hoffe, es nimmt ein einigermaßen gutes Ende.

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